Nachts
auf dem Lichtstrahl des Mondes geflogen
allein durch den finsteren Raum und die Zeit
Am Morgen vom Zwitschern eines Spatzen geweckt
Kurzmitteilungen
Lärm
Wenn die Zugvögel weg sind,
bleibt oft nur noch metallene Stille.
Flugzeuge. Automotoren. Eine Säge.
Wohltuend das Plätschern des Regens.
Rätsel
Schwer fällt es mir
nach dem gestrigen Abend
den blauen Himmel zu loben
(Vielleicht ist Lob auch nie angebracht
Und das Blau ist im übrigen milchig)
|manches muss rätselhaft bleiben|
Reisen
Erinnerungen
an das Sprudeln des Niagara River
das Tosen der Fälle
feuchtkühle Luft
nach 8 Tagen in Manhattan
|2012|
Kofferworte #1
Nichtsdestotrotz
Schon irgendwie dings
Heute im Falter.
Und überall eigentlich schon.
Kann mich nicht dran gewöhnen.
|portemanteau|
Irrtümer #1
Roald Dahl.
Damals dachte ich: Da hat sich jemand vertippt.
Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ein Autor so heißt.
So eng war es. Damals.
Spätsommermorgen
Es riecht nach Erde und Nacht
Ich höre Stimmen von Meisen und Menschen
Polizeiautosirenen unten im Tal
[Man hofft, immer, grundlos]
Kleine Momente
verfängt sich jeden Tag gegen sechs
eine Biene im Fenster und brummt.
Es klingt erbost.
Jeden Morgen helfen wir ihr hinaus.
Nachthimmel
Der große Wagen.
Strahlend schön.
Aber leider im Halteverbot.
Gute Nacht, Ihr Sterngucker!
Grün #1
Geheimnisse
die ich einst mit Tante Frieda nur teilte
verstecke ich heute
zwischen den Blättern des Efeu
