Am Morgen gehen statt schreiben.
Entlang des Wegs
hüfthohes Gras, roter Mohn
und die Erinnerung an eine knorrige Tür
Kategorie: Allgemein
Am Land (III)
Heute nichts
außer
Ich wusste bisher nicht,
dass man mit Besteck rascheln kann
Am Land (II)

Am Fuße der alten Kastanie
verrottet ein Stück Wassermelone
Über rotem Fruchtfleischgebirge
wächst graue Schimmelpilzschicht
Grillabend
Vorgestern Grillabend
mit gut ein Dutzend Leuten
Über Steaks und Kartoffeln
kreiste eine Fledermaus
Sie fing Gelsen
Am Land (I)
Auf dem Kirschbaum
schaukeln athletische Amseln
und scheinen darüber zu grübeln
welche der reifen Früchte
sie nun pflücken soll’n
Warum schreiben? (I)
Draußen Kälte und Sturm
Hier das Ticken der Uhr
Das Brodeln im Wasserkocher
Bevor ich das Außen hereinlasse
Schreibend Ruhe und Kraft finden
Nizza
An diesem Morgen
erinnere ich mich
wie wir im Juli 1980
neben unzähligen friedlichen Menschen
auf der Promenade des Anglais
das Feuerwerk bestaunten
Unwetter
In diesem Land
Bilder von Schlamm
verwüsteter Landschaft
nach Murenabgängen
jetzt Stürme hier
doch Furcht ist ein schlechter Ratgeber
(Später)
Die Böen der Nacht
rissen dem sterbenden Ahorn
die letzten Blätter vom Leib
Am Morgen in den Straßen
die Sirenen von
Rettung und Feuerwehr
Plätschern auf dem Asphalt
Unten im Hof
Plätschern auf dem Asphalt
In Bächen stürzt
über Rinnen und Rohre
Wasser vom Dach
Durch Regenvorhänge
krächzt eine Krähe
Blitze in der Nacht
Nachts Blitze grell
warfen Quadrate ins Zimmer
Regen prasselte laut
Am Morgen der Himmel
in schillerndem Grau
Die Amseln reden nur leise
